„Maximum erreichen“: Ferrari vor F1-WM-Start mit hohen Zielen
Nur der Titel zählt: Superstar Lewis Hamilton und sein Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc gehen mit dem größtmöglichen Druck in die neue Formel-1-Saison.
„Unser Ziel bleibt es“, sagte Piero Ferrari, Sohn des legendären Firmengründers Enzo Ferrari, im Interview mit dem Corriere dello Sport, das „Maximum zu erreichen“. Bei der Entwicklung des neuen Autos für die am kommenden Wochenende in Australien beginnende WM (5.00 Uhr MEZ/live auf Sky – mit Sky X die Formel 1 live streamen) habe die Scuderia „großartige Arbeit“ geleistet.
Der Traditionsrennstall gebe alles, um Hamilton und Leclerc bei der Jagd nach Weltmeister Lando Norris (McLaren) bestmöglich zu unterstützen. Jeder im Team erfülle im richtigen Moment seine Aufgabe, alles sei perfekt abgestimmt – dabei fühlt sich Piero Ferrari an das „Ballett in der Mailänder Scala“ erinnert.
Seit 2007 in der Fahrerwertung mit Kimi Räikkönen und 2008 bei den Konstrukteuren wartet Ferrari bereits auf einen WM-Titel. In der Vorsaison reichte es in der Teamwertung nur zu Rang vier und in der Einzelwertung wurde Leclerc lediglich Fünfter vor Hamilton auf Rang sechs. „Denen, die mich fragen, ob jetzt die richtige Zeit für Ferrari gekommen ist, antworte ich, dass wir weiterhin mit all unserer Kraft für den Sieg kämpfen werden“, sagte Ferrari.
Besonders Leclerc traut er viel zu. „Er holt aus jedem Auto zu jedem Zeitpunkt Leistung heraus. Für mich ist er eine feste Größe. Es fehlt nur noch die Genugtuung, ihn als Weltmeister zu sehen, denn er verdient es“, sagte Piero Ferrari.
Audi startet ins F1-Abenteuer
Für Audi beginnt in Australien das Abenteuer Formel 1. Nach soliden Tests reist das deutsche Werksteam verhalten optimistisch nach Melbourne.
Nico Hülkenberg hat ein gutes Gefühl, und schon das ist ja ein kleiner erster Erfolg. Nach einer monatelangen, komplexen und herausfordernden Vorbereitung rollt Audi in Australien in das Abenteuer Formel 1 – und dürfte beim mit Spannung erwarteten Saisonstart in Melbourne nicht nur hinterherfahren.
„Wir haben im Laufe der Tests erhebliche Fortschritte erzielt, jeden Tag dazugelernt und wichtige Schritte nach vorne gemacht“, sagte Hülkenberg. Erstmals in seiner auch im Motorsport reichen Geschichte hat Audi einen Formel-1-Boliden gebaut. Routinier Hülkenberg (38), 2026 wieder der einzige deutsche Stammfahrer auf dem Grid, fährt beim Werksteam einen der beiden R26 getauften Boliden.
Das Projekt ist ambitioniert, die Ziele könnten größer nicht sein. Audi will um die WM fahren und – so hat es Teamchef Jonathan Wheatley selbst formuliert – zum „erfolgreichsten Team der Formel-1-Geschichte“ werden: „Wir sind nicht hier, um herumzualbern.“
Audi will in vier Jahren um WM-Titel kämpfen
Ernsthaft eingreifen in den Kampf um die WM will Audi erst ab 2030. In vier Jahren, wenn man an der Spitze mit Top-Teams wie Mercedes, McLaren oder Red Bull konkurrieren möchte, will man aber in guter Erinnerung an die Debütsaison in der Königsklasse zurückblicken. 2026 sei letztlich bloß der „Anfang einer sehr langen Reise“, sagte Hülkenberg, der weiterhin das Fahrerduo mit dem brasilianischen Toptalent Gabriel Bortoleto (21) bildet.
Audi, das für den Einstieg das Schweizer Sauber-Team übernommen hat, blickt auf dieser Reise schon vor dem ersten Rennen auf intensive Monate zurück. Die Entwicklung des Rennwagens im neuen Reglement, der Bau der komplexen hybriden Power Unit im Motorenwerk in Neuburg, die Schaffung von Strukturen und Arbeitsabläufen – all das war und ist mit Rückschlägen verbunden.
851 Testrunden sind seit Januar zwischen Barcelona und Bahrain abgespult worden. Die Zeiten zeigen: Ein Platz im Mittelfeld ist trotz vereinzelter Rückschläge möglich. Audis Formel-1-Boss Mattia Binotto, der viel Erfahrung von Ferrari mitbringt, spricht von „bedeutenden Fortschritten“ in der Vorbereitung: „Wir haben zwar noch nicht alle Probleme gelöst, aber die Entwicklung und die Einstellung des gesamten Teams sind sehr ermutigend.“
Auch Audis Technischer Direktor James Key ist optimistisch. „Die Fahrer fühlen sich mit dem Auto wohl“, das Auto sei eine Plattform, „mit der man arbeiten kann“. In Bezug auf Zuverlässigkeit und Leistung gebe es noch Verbesserungspotenzial, „aber das ist in dieser Phase nichts Unerwartetes. Insgesamt sind wir in etwa dort, wo wir zu diesem Zeitpunkt der Saison und in unserer Entwicklung als Team sein wollten.“
Wo das Team wirklich steht, zeigt sich letztlich aber erst in Melbourne. Ein erstes Zwischenfazit ist erst nach einigen Rennen möglich. Nico Hülkenberg zumindest hat ein gutes Gefühl.
(SID).
Beitragsbild: Imago.
