Ohne Punkteteilung: Das wäre die "wahre Tabelle" der ADMIRAL Bundesliga

Ohne Punkteteilung: Die „wahre Tabelle“ der ADMIRAL Bundesliga

Mit Beginn der kommenden Saison wird die Punkteteilung in der ADMIRAL Bundesliga abgeschafft. Die Salzburger Dominanz bröckelte in den letzten Jahren immer stärker und die Kritik am laufenden System vergrößerte sich zunehmend.

Während die Punkteteilung die Liga für den neutralen Fan sowohl in der Meistergruppe als auch in der Qualifikationsgruppe spannender machte, stellte sie für viele Mannschaften einen zusätzlichen, künstlich erzeugten Stressfaktor dar. Insbesondere für Teams in der Qualigruppe entfachte die Punkteteilung oftmals neue Angst im Kampf um die eigene sportliche Existenz.

Ein Beispiel aus dieser Saison: Nach 22 Runden hielt die WSG Tirol bei 31 Punkten und lag damit satte 15 Zähler vor Schlusslicht Blau-Weiß Linz. Durch die Punkteteilung schmolz dieser Vorsprung auf acht Zähler. Nach 30 gespielten Runden liegen die Tiroler inzwischen nur noch drei Zähler vor Blau-Weiß und sind trotz eines starken Grunddurchgangs weiter in Abstiegsnot.

Wie würden die Meistergruppe und die Qualifikationsgruppe in dieser Saison also ohne die Halbierung der Punkte aussehen?

Meistergruppen-Tabelle quasi unverändert

Die Meistergruppe wäre platzierungstechnisch ohne Punkteteilung der aktuellen Tabelle sehr ähnlich.

Auch ohne die Halbierung würde der LASK mit zwei Punkten Vorsprung von der Spitze grüßen und hätte die Meisterschaft in der eigenen Hand. Dahinter folgen Sturm Graz und Red Bull Salzburg wie auch in der Realität mit einem Abstand von jeweils zwei Zählern.

Einzig Austria Wien und Rapid hätten die Plätze getauscht. Hartberg wäre auch in der „wahren Tabelle“ der Meistergruppe Schlusslicht.

Die „wahre Tabelle“ der Meistergruppe ohne Punkteteilung

WAC wäre bereits gerettet

Eine anderes Bild bietet sich in der „wahren Tabelle“ der Qualifikationsgruppe.

Hier würden zwei Runden vor Saisonende mit dem GAK und Blau-Weiß Linz nur noch zwei Teams den Abstieg unter sich ausmachen – ein eklatanter Unterschied zur tatsächlichen Situation, wo bis auf die gesicherte SV Ried noch alle anderen fünf Mannschaften absteigen können.

Der WAC wäre ohne die Punkteteilung ebenso schon gerettet wie die WSG Tirol und Cup-Finalist Altach. Selbst der GAK hätte mit fünf Punkten Vorsprung vor Schlusslicht BW Linz ein komfortables Polster für die abschließenden beiden Runden.

Die „wahre Tabelle“ der Qualigruppe ohne Punkteteilung

Spieler und Verantwortliche begrüßen Abschaffung

Die Abschaffung der Punkteteilung stößt auch in Reihen der Klubs auf viel Zustimmung. Austria-Kapitän Manfred Fischer meinte bei „Talk und Tore“: „Wir Spieler freuen uns. Ich erinnere mich an die letzte Saison zurück, wo wir mit Sturm Graz vorneweg marschiert sind. Da hättest du die Möglichkeit, dich mit Graz um den Meistertitel zu duellieren und dann wird alles halbiert. Auch was den Abstiegskampf betrifft, das ist ja das gleiche. Wie das damals mit der Admira war, das wird ja jetzt noch diskutiert bei uns.“

Die Admira musste unter Trainer Andreas Herzog in der Saison 2021/22 nach elf Jahren Bundesliga den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Besonders bitter: Die Südstädter hatten nach dem Grunddurchgang sieben Zähler Vorsprung auf das abgeschlagene Schlusslicht Altach. Der Vorsprung schmolz jedoch bis zum letzten Spieltag des Finaldurchgangs auf zwei Punkte.

Die Herzog-Elf verlor den abschließenden Qualifikationsgruppen-Showdown in Pasching gegen den LASK mit 1:3 und rutschte aufgrund des 2:1-Heimsieges des bisherigen Ligaschlusslichts Altach gegen die WSG Tirol auf den Abstiegsplatz.

Dramatischer Schlussakt: Der Abstiegskampf der Saison 2021/2022

Katzer: „Ein faireres System“

Auch bei Rapid-Sportchef Markus Katzer befürwortet die Abschaffung der Punkteteilung.

„Ein Sieg im Grunddurchgang ist genauso drei Punkte wert, der dann im Endeffekt aber nur 1,5 Punkte wert ist. Ich finde, es ist einfach ein faireres System. Die Punkteteilung wurde zu einem Zeitpunkt eingeführt, als Salzburg mit zehn oder fünfzehn Punkten vorne war – um einfach die Spannung zu halten. Trotzdem finde ich es nur fair, dass die alle Punkte auch gewertet werden. Egal, ob man jetzt oben mitspielt oder auch gegen den Abstieg, wo es einfach ums Überleben geht“, sagte Katzer bei „Talk und Tore“.

Werbung

Bild: GEPA