Peter Stöger: „Wir wollten in der unangenehmen Zeit, was positives von der Austria nach außen schicken“

via Sky Sport Austria
  • Georg Zellhofer: „Das Tor bekommen wir aus Standardsituationen, die wir nicht gut verteidigen. Da haben wir Probleme.“
  • Thomas Nentwich: „Ich sehe die Körpersprache nicht die wir brauchen.“
  • Patrick Pentz: „Es war eine richtige Schweinspartie.”
  • Alfred Tatar: „Der Wille der Austria war da.“

spusu SKN St. Pölten verliert gegen FK Austria Wien mit 1:2. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

Spusu SKN St. Pölten – FK Austria Wien 1:2 (1:1)

Schiedsrichter: Felix Ouschan

Georg Zellhofer (Trainer SKN St. Pölten)
…warum die Mannschaft nicht bei 100 Prozent war von Anfang an: „Ganz so sehe ich es nicht. Wenn ich mich auf das Aufwärmen konzentriere, würde ich keinen Rückschluss auf das Spiel setzen. Nach einer Minute müsste es eigentlich schon 1:0 für uns stehe. Es war eine gute Situation und wir machen das Tor nicht. Waren dann ganz gut im Spiel. Dann hat die Austria das Kommando übernommen. Wir haben uns vorgenommen hoch zu attackieren. Das ist uns phasenweise nicht gelungen. Trotzdem war es nicht so negativ. Wir sind dann in Führung gegangen, aber dann bekommt man ein Tor. Das Tor bekommen wir aus Standardsituationen, die wir nicht gut verteidigen. Da haben wir Probleme.“

…ob er sich nicht sicher ist, welches System der Mannschaft liegt: „Wir haben dann gewechselt auf ein 4-2-2 mit der Raute. Weil wir dann einen besseren Zugriff bekommen haben. Dann haben wir 20 Minuten hervorragend gespielt. Haben die Austria eingeschnürt. Die Austria konnte keine Bälle mehr halten. Wir hatten dann eine Topchance. Da musst du in Führung gehen. Aber Ende war dann der Akku leer.“

Thomas Nentwich (SKN St. Pölten)
…über die Partie: „Äußerst unglücklich. Austria war besser im Spiel in der ersten Halbzeit. Wir dachten mit der Torchance von Schmidt, dass wir gut ins Spiel kommen. Austria hat aber dann bis zur 45ten das Heft übernommen. Nach dem Seitenwechsel waren wir dann besser im Spiel. Aber es hat dann nicht gereicht, weil wir uns beide Tore selber geschossen haben.“

…was fehlt der Mannschaft: „Der Mannschaft fehlt der Punch. Wir müssen verstehen, wo wir sind. Das ist noch nicht ganz angekommen. Bei manchen Spielern ist das 100-prozentige Bemühen da. Bei dem ein oder anderem fehlt es mir. Da sehe ich die Körpersprache nicht die wir brauchen. Da gibt’s sicher Gesprächsbedarf.“

…ob sich unter Zellhofer schon was verbessert hat: „Definitiv. Wir müssen nicht die Nerven weghauen. Man sieht schon Verbesserungen. Wir kommen zu Chancen, die wir zuvor nicht hatten. Wir müssen uns unser Glück erarbeiten. Wenn wir so weiterspielen, dann wird es wieder kommen.“

…über die Zukunft von Zellhofer: „Die Mannschaft tritt besser auf. Wir kommen auch zu Chancen. Ich bin mir sicher, dass der Georg die Mannschaft gut weiterführen wird. Die Ergebnisse werden schon kommen.“

…was ein potentieller Abstieg für den SKN bedeutet: „Ein Abstieg bedeutet eine extrem schwierige Situation. Mit dem können wir uns nicht auseinandersetzen. Wir haben noch viele Spiele, wo wir den Klassenerhalt schaffen können.“

Peter Stöger (Trainer FK Austria)
…vor dem Spiel über die vergangene Woche und die Stimmung in der Mannschaft: „Es war wie viele Wochen herausfordernd. Es war anstrengend. Man fokussiert sich logischerweise auf den Sport mit den Jungs. Rundherum gibt es negative Schlagzeilen. Das mit den Spielen zu besprechen und den Fokus auf die kommenden Spiele zu lenken, das war die Hauptaufgabe.“

…ob er Kontakt mit dem Vorstand oder dem Präsidenten hatte: „Wir können gewisse Sicherheiten offensichtlich nicht bringen, damit der Senat sein ok geben kann. Jetzt werden wir versuchen die notwendigen Unterlagen nachzureichen. Da laufen jetzt sehr viele Leute, um dies zu ermöglichen. Es gibt eben noch sehr viele Menschen, die eben an diesem Klub hängen.“

…über die neue Investorengruppe die sogenannten Freunde der Austria: „Ich habe es letzte Woche klar gemacht, dass ich in dem Konstrukt nur mehr, wenn man das will, beratend zu Verfügung stehen werde. Damit ist alles gesagt. Die Leute sind sich jetzt bewusst, dass es einen extremen Kraftakt braucht, um die Lizenz zu erhalten. So wie wir es jetzt im Sport versuchen möglichst gut hinzubekommen, versuchen viele Menschen es in der Wirtschaft in der Kürze auch noch hinzubekommen.“

…über ein Szenario, dass es in ein paar Wochen kein Austria mehr gibt: „So eng bin ich nicht bei dem Thema. Wir haben jetzt noch ein paar Tage Dinge nachzulegen und sie zu erklären. Ich glaub jeder weiß, dass der Verein vor kurzem 110 Jahre alt geworden ist. Das ist aber natürlich keine Sicherheit, dass du alle Auflagen erfüllst. Es bemühen sich jetzt wirklich noch Leute, dass wir die Lizenz Kriterien noch erfüllen.“

…über die Reaktion der Fans, die vor der Geschäftsstelle einen Sarg deponiert haben: „Das ist ein stiller Protest der Leute, die mit einigen Dingen nicht einverstanden sind. Ein paar Dinge muss man aushalten. Es gibt ein paar Dinge, die sind in meiner Bewertung zu untergriffig in einer Form. Es ist aber ein Protest. Es war auch ein Protest der ruhig von Statten gegangen ist. Es war ein Zeichen der Leute und der Fans, dass sie das eine oder andere nicht verstehen.“

…über die Stimmung bei der Mannschaft: „Wenn die Situation so ist, wie sie bei uns ist, dann gibt’s wahnsinnig viele gute Vorschläge und wahnsinnig viele Zurufe, was denn alles schlecht ist und was man besser machen müsste. Möglicherweise haben dann auch einige Leute die Möglichkeit das dann anzupacken. Ich halte nicht viel davon. Ich versuche mich nicht einzumischen, wenn es um Themen geht, wo ich außen vor bin. Ich lasse es mal so stehen. Es sind viele Investitionen nötig, wenn du erfolgreich Fußball spielen willst. Wenn du ein Stadion baust. Auf der anderen Seite ist es nicht gewünscht, dass du Partner und Investoren reinholst, weil man selbstständig sein möchte. Wenn da dann mal ein Problem ist, dann ist es problematisch, wenn die Kohle nicht rechtzeitig kommt. Das ist eine spannende Geschichte Austria Wien. Ich habe die Hoffnung noch aufgegeben.“

…wie er das von der Mannschaft fernhält: „Am Platz macht es noch Spaß. Abseits ist es schwierig, es geht ja um zukünftige Verträge und Entwicklungen, die die Spieler beschäftigt. Ob sie eben einen neuen Vertrag bekommen. Was die Spieler aber am Trainingsplatz gebracht haben, das ringt mir großen Respekt ab, denn das ist nicht einfach.“

…ob die Partie ihm Spaß gemacht hat: „Ja. Wir haben Reaktion gezeigt. Wir haben Charakter gezeigt in der schweren Situation. Wir hatten viele Torchancen. Wenn man die halt nicht verwertet, dann wirst du halt bestraft. Dann bist du hinten und es kann wieder kippen. Die Mannschaft hat echt Moral gezeigt. Wir haben das umgesetzt was wir uns vorgenommen haben, und zwar, wir wollen in der unangenehmen Zeit, was positives von der Austria nach außen schicken. Das haben die Burschen zu hundert Prozent auf dem Platz gebracht.“

…über die Reaktion der Spieler auf die wirtschaftliche Situation: „Wir haben die Woche versucht uns zu fokussieren auf das Spiel. Wir haben gewusst, dass wir Punkte brauchen. Wir wollten auch ein Signal schicken, wie die Mannschaft auftritt. Wir hatten heute acht oder neun Spieler nicht zu Verfügung und die Mannschaft hat aber trotzdem richtig gut gearbeitet. Das ist das Signal was wir nach außen senden wollten. Ich bin wirklich sehr stolz.“

…warum er heute lauter als sonst war: „Es waren ein paar Sachen dabei die unseren Spielfluss gestört haben. Was die Jungs betrifft, war es meine Aufgabe sie permanent zu unterstützen, weil es eine Situation ist, die schwierig ist.“

Patrick Pentz (FK Austria)
…über die Partie: „Es war eine richtige Schweinspartie. Wenn ich mir die Chancen anschaue, dann hätten wir 5:0 führen können. Dann stehst du mit einem 1:1 da. Einfach ein ganz komisches Gefühl heute. Aber unglaublich wichtig für uns, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben.“

…über die Stimmung vor dem Spiel in der Kabine: „Wir haben uns alle gefreut auf die Partie. Wir wollten das einfach von letzter Woche gegen Hartberg ausbessern. Das haben wir gemacht. Wir haben drei Punkte geholt und das war einfach das Ziel.“

…wie viel wird über die wirtschaftliche Situation in der Kabine gesprochen: „Eigentlich gar nichts. Wenn ich für mich spreche, dann habe ich da einfach zu wenig Einblick in die Situation und konzentriere mich einfach auf meinem Job. Über den Rest kann nicht viel sagen, weil da habe ich keinen Einblick.“

…über seine persönliche Zukunft bei der Austria: „Wenn man die ganzen Medien verfolgt, dann müsste man sich Sorgen machen. Wir führen Gespräche im Verein mit dem Trainer. Der erklärt uns die ganzen Sachen. Ich hoffe, dass wir jetzt die Lizenz bekommen und dann können wir nächstes Jahr in der höchsten Spielklasse wieder durchstarten.“

Alfred Tatar (Sky Experte)
…über Peter Stöger: „Er wirkt auf mich deprimiert. Schwer enttäuscht auch, was alles mit seinem Herzensverein passiert ist. Es gibt einen Satz, der es auf den Punkt bringt, Angst isst die Seele auf. Existenzangst isst die Seele und den Körper auf. Die Existenzangst bei der Austria ist ganz klar da.“

…über die Partie: „ Der Wille hat sich dadurch geäußert, dass man nach einem Rückstand, doch wieder zurückgekommen ist und das Spiel gedreht hat. Das ist in dieser schwierigen Situation mit den vielen Nebengeräuschen sehr schwer, das muss man dem Peter zugutehalten. Er hat wirklich gute Arbeit geleistet diese Woche.“

…über den SKN: „Jetzt ist es so, dass man einen Trainerwechsel hatte. Es ist aber kein Umkehrschub erkennbar. Keine Leistungsexplosion und keine Resultats Verbesserung. Der Heimfluch der setzt sich auch bei ihm fort.“

Anton Pfeffer (Sky Experte)
…über Peter Stöger: „Also Hut ab vor Peter Stöger. Mit all dem was jetzt eingebrochen ist, hat er kein einziges Mal ein schlechtes Wort über die Austria verloren. Das alleine zeigt mir, dass es sehr Schade ist das er dann nicht mehr dabei ist.“

…über die Partie von der Austria: „Es war nicht schön. In so einer Situation ist es ein wenig ein Balsam, dass man eben doch gewinnen kann. Auch wenn es von außen ein nicht einfach war.“