Robin Dutt: Deutscher Allrounder als Wolfsbergs Wunschkandidat

von Martin Wallentich

Überraschende Ankündigung vor dem heutigen Meistergruppen-Duell: Der Wolfsberger AC stellte heute vor dem Spiel gegen den SK Sturm Graz (ab 17.30 Uhr live & exklusiv auf Sky Sport 12 – streame das Spiel mit dem Sky X Traumpass) mit Robin Dutt seinen neuen Trainer vor. Der Wunschkandidat des Vereins weist eine bemerkenswerte Laufbahn in Deutschland vor – doch auch in Kärnten kommen einige Herausforderungen auf den neuen Betreuer zu.

Weder Fink, noch Ibertsberger – die Antwort auf die Trainerfrage des WAC lautet Robin Dutt. Der vom Wolfsberger Präsidenten Dietmar Riegler als von “Favorit auf den Trainerposten” angesehene deutsche Fußballtrainer kehrt damit nach fast zwei Jahren Unterbrechung auf die Trainerbank zurück und wird erstmals eine Funktion außerhalb Deutschlands ausüben.

Noch Jahre bevor der WAC in die Sphären des Profifußballs vordringen konnte, begann Dutt seine Trainerkarriere bei verschiedensten niederklassigeren Vereinen, darunter auch die Stuttgarter Kickers. Von dort aus steigerte sich der ehemalige Bezirksligaspieler laufend und heuerte im Sommer 2007 beim damals zweitklassigen SC Freiburg an. Mit dem aktuellen Bundesligisten schaffte Dutt 2009 den Aufstieg in die Bundesliga und konnte sich mit den Freiburgern im Ligamittelfeld behaupten.

Ein zentraler Bestandteil seines damaligen Trainerteams ist einer seiner zukünftigen Gegner: Admira-Coach Damir Buric stand Dutt in 227 Pflichtspielen zur Seite und begleitete den gebürtigen Kölner auch zu zwei weiteren Stationen.

Deutscher Robin Dutt ab kommender Saison WAC-Trainer

2011 heuerte Dutt als Nachfolger von Jupp Heynckes in Leverkusen an. Trotz des Einzugs in die K.O.-Phase der Champions League und eines Sieges gegen den FC Bayern hatte Dutt ein schweres Standing, seine Amtszeit sollte schließlich bereits nach 37 Spielen enden.

Es folgte der Wechsel zum DFB, wo Dutt als Sportdirektor der deutschen Nationalmannschaft fungierte und die Mannschaft auf dem Weg zur späteren erfolgreichen WM in Brasilien begleitete. Auf persönlichen Wunsch endete sein Engagement jedoch bereits davor im Mai 2013.

Während beim SC Freiburg mit Christian Streich ein späterer Langzeit-Coach ähnliche Erfolge wie Dutt zuvor verbuchen konnte, folgte er bei Werder Bremen selbst einem langjährigen Betreuer nach: Im Norden übernahm er den Chefsessel von Thomas Schaaf und coachte unter anderem die damaligen ÖFB-Legionäre Zlatko Junuzovic und Sebastian Prödl. Auf den zwölften Tabellenplatz in der Spielzeit 2013/14 folgte der Fehlstart in die neue Saison, seine Tätigkeit endete im Herbst 2014 vorzeitig.

 

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Nur wenige Monate später wechselte Dutt zum nächsten deutschen Traditionsverein. Beim VfB Stuttgart agierte er jedoch nicht als Trainer, sondern als Sport-Vorstand. Unter drei verschiedenen Trainern stabiliserten sich die damals kriselnden Stuttgarter und vermieden zunächst den Abstieg, ehe 2015/16 doch erstmals seit 41 Jahren der historische Tiefschlag hingenommen werden musste. Der Gang in die 2. Bundesliga bedeuetete gleichzeitig Dutts Aus beim VfB.

Kaderplanung wird Dutts erste Aufgabe

Seine bislang letzte Tätigkeit übte Dutt ab Februar 2018 bis Septmeber 2019 in Bochum aus: Beim VfL kam er in 52 Spielen auf eine nahezu ausgeglichene Bilanz (18 Siege, 17 Remis, 17 Niederlagen). Auch hier bedeutete ein schwacher Saisonstart das Aus. Einen Profi aus seiner Bochum-Zeit wird er in Wolfsburg wieder treffen: Verteidiger Dominik Baumgartner bestritt unter dem Neo-WAC-Coach schon zwölf Pflichtspiele.

Sturm gegen WAC – “Eine absolute Schnittpartie”

Während Baumgartner einen gültigen Vertrag für die kommende Saison besitzt, wird sich Dutt noch vor seinem offiziellen Amtsantritt bereits mit einigen Personalien beschäftigen müssen. Mehrere Verträge, darunter jene von Michael Liendl und Mario Leitgeb laufen im Sommer aus. Nachdem der neue Trainer nun feststeht, soll auch hinsichtlich der Kaderplanung schnell Klarheit herrschen.

Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrung auf verschiedensten Ebenen ist Dutt daher bei den Wolfsbergern besonders gefragt. Womöglich kann er sich hierbei auch auf die Unterstützung seines Vorgängers verlassen, da Interimstrainer Roman Stary dem WAC als Sportkoordinator weiter erhalten bleiben soll.

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(Red.)

Beitragsbild: Imago.