WOLFSBERG,AUSTRIA,21.MAY.22 - SOCCER - ADMIRAL Bundesliga, championship group, Wolfsberger AC vs SK Rapid Wien. Image shows head coach Ferdinand Feldhofer (Rapid). Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Jannach

Überstunden für Rapid – Saison ohne Europacup droht

via Sky Sport Austria

Auf Rapid wartet in der Fußball-Bundesliga eine unfreiwillige Saisonverlängerung. Die Hütteldorfer schlossen die Meistergruppe am Samstag durch eine 1:2-Niederlage beim WAC nur als Fünfter ab und müssen damit gegen den Sieger des Duells zwischen der WSG Tirol und dem LASK um einen Platz in der zweiten Runde der Conference-League-Qualifikation kämpfen.

Vor der Partie im Lavanttal lebte für Grün-Weiß noch die Chance auf Endrang drei und die fixe Teilnahme an einer Europacup-Gruppenphase, nun droht sogar erstmals seit 2019/20 eine Saison ohne internationalen Startplatz. Dabei schien Rapid lange auf Platz-vier-Kurs, führte 1:0 und erarbeitete sich Chancen auf weitere Treffer. Dann aber kippte das Match praktisch aus dem Nichts durch einen Wolfsberger Doppelschlag zu Beginn der Rapid-Viertelstunde.

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Feldhofer: „Unglaublich, wie man so ein Spiel verlieren kann“

Trainer Ferdinand Feldhofer zeigte sich an seiner alten Wirkungsstätte ratlos. „Eigentlich unglaublich, wie man so ein Spiel verlieren kann. Es war irgendwie ein Selbstfaller, der uns nicht zum ersten Mal passiert ist“, meinte der Steirer im Sky-Interview.

Man habe über drei Viertel der Spielzeit „hervorragend agiert“, allerdings die Effizienz vermissen lassen. Die Gegentore seien unerklärlich und aus heiterem Himmel gefallen, so Feldhofer. „Wir hatten viele Möglichkeiten und haben gefühlt gar nichts zugelassen.“

Feldhofer: „Es sollte sich jeder selber bei der Nase nehmen“

Rapids Torschütze Marco Grüll wollte die neunte Niederlage im 18. Liga-Auftritt in Wolfsberg nicht allein auf Zufall und Pech zurückführen. „Es war genau das Gleiche wie in vielen Partien zuvor. Wir führen, haben Chancen, erwecken den Gegner zum Leben und stehen wieder mit leeren Händen da. Wenn das ein Mal passiert, okay, aber wenn man es zehn Mal in einer Saison verbockt, muss es etwas mit Qualität zu tun haben“, erklärte der Offensivspieler.

Rapid ist seit sechs Partien sieglos, in der Meistergruppe wurden nur zwei Partien gewonnen. „Das ist einfach zu wenig“, gestand Geschäftsführer Sport Zoran Barisic und ergänzte, diese Saison sei „wie eine Prüfung für uns“. So richtig durchgefallen wäre man bei einem Out gegen die WSG oder den LASK, doch so weit soll es laut Barisic nicht kommen. „Jetzt ist es einmal wichtig, dass man den Frust rauslässt und sich seriös auf die letzten zwei Spiele vorbereitet, denn da geht es um sehr viel für uns. Gute Sportler ziehen die meisten Lehren aus Niederlagen. Ich hoffe, unsere Jungs lernen schnell daraus.“

Ein Verpassen des Europacups hätte für die in wirtschaftlicher Hinsicht ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Rapidler unliebsame Folgen – dringend benötigte Verstärkungen wären noch schwieriger zu finanzieren. Dennoch beteuerte Barisic, man werde im anstehenden Transfermarkt auf jeden Fall in der Offensive tätig werden.

Der Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek wollte die Folgen eines Scheiterns im Europacup-Play-off nicht konkret benennen. „Wir haben den Umbruch eingeleitet und werden ihn so oder so fortsetzen. Das ist nicht primär abhängig von einem internationalen Bewerb“, sagte der Wiener.

Barisic und Peschek nach Pleite beim WAC enttäuscht

Dutt: „Der vierte Platz ist auf jeden Fall verdient“

Einen Umbruch gibt es auch beim WAC, so wird etwa Michael Liendl die Wolfsberger nach vier Jahren verlassen. Der 36-jährige Regisseur hatte bei seiner Verabschiedung Tränen in den Augen, selbst der analytisch-kühle Robin Dutt zeigte sich gerührt. Dass der Sieg überaus glücklich zustande kam, wertete der Trainer als ausgleichende Gerechtigkeit. „Das Spiel war umgekehrt wie auswärts gegen Rapid. Da hat Rapid nicht gewusst, wie sie gewonnen haben“, erklärte der Deutsche.

Der WAC startete mit fünf Niederlagen in die Meistergruppe, holte dann aber zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen. Der Lohn dafür war Endrang vier und der Einstieg in der dritten Runde der Conference-League-Qualifikation. Zwei Runden müssen die Kärntner überstehen, um in die Gruppenphase zu kommen. „Der vierte Platz ist auf jeden Fall verdient“, sagte Dutt. Ohne die Punkteteilung wäre seine Truppe sogar einen Punkt vor der Austria auf Platz drei gelandet.

(APA) / Bild: GEPA